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Reserve Gins

Reserve Gin

  • Einführung

    Vorgestellt: Reserve Gin / Aged Gin

    Reserve Gin gehört zu den inoffiziellen Gin-Sorten. Inoffiziell? Ja, da die EU Spirituosenverordnung in Europa regelt, was genau Gin genannt werden darf und wie dieser bezeichnet werden muss. Reserve Gin gehört nicht dazu, hat sich aber trotzdem seit etwa 2015 als eigenständige Kategorie etabliert.

    Beim Reserve Gin handelt es sich um einen Gin, der nach der Destillation für eine gewisse Zeit in einem Holzfass gelagert wird. Dadurch schimmert der Gin oft goldbraun. Einige Hersteller nennen die Sorte auch "Aged Gin"

    Wie bei allen Gin-Sorten lässt sich aus dem Namen der Sorte nur bedingt auf einen typischen Geschmack schließen.
  • Herstellung

    Herstellung von Reserve Gin

    Prozess der Ginherstellung

    Die Herstellung des Gins unterscheidet sich in den meisten Schritten nicht von der Herstellung anderer Gins. Die Zutaten, allen voran der Wacholder, wird in einem neutralen Alkohol mazieriert (ziehen gelassen), so dass dieser die Aromen der sog. Botanicals annimmt. Im Anschluss wird das Gemisch in die Brennblase gepackt und destilliert.

    Die Besonderheit in der Herstellung des Reserve Gins ist die Lagerung: der Gin wird in Holzfässern gelagert. Dabei gibt es weder Vorgaben für die Dauer der Lagerung, noch das zu verwendende Holzfass. Neben dem Gin selbst machen nämlich genau diese beiden Kriterien machen den Geschmack des fertigen Produktes aus.

  • Lagerung

    Lagerung & Aging von Gin-Sorten im Vergleich

    Einen Gin zu lagern lässt sich kaum als innovative Idee verkaufen. Das hat gleich mehree Gründe. Erstens ist der geneigte Spirituosentrinker gewöhnt, dass Spirituosen gelagert werden. Durch die erweiterte Produktionszeit sind gelagerte Spirituosen in der Regel erst einmal teurer. Keine ganz schlechte Idee also, um eine neue Premium-Kategorie innerhalb des Gin-Segments zu etablieren. Aber eben auch nichts neues.

    Zudem werden auch zahlreiche andere Gins gelagert, unabhängig von der jeweiligen Gin-Sorte. Dabei geht es nicht darum, den "Geschmack nachreifen zu lassen". Man lagert den Gin nach der Destillation in neutralen Behältern, wie zum Beispiel Ton, die keine Aromen abgeben. Nach eins bis vier Wochen erhält man so ein "runderes Destillat", da auch Gin direkt nach der Destillation Zeit braucht, um sich zu beruhigen.

    Schaut man in die Gesichtsbücher, dann ist aber selbst die Lagerung von Gin im Holzfass nichts neues. Histortisch betrachtet war die erste Gin-Sorte wohl der sog. "Old Tom Gin", ein gesüßter Gin. Dieser wurde nicht absichtlich im Holzfass gelagert, sondern man musste. Die Glasfalsche zum Transport zum Endkunden war zu dieser Zeit schlicht noch nicht erfunden... Deshalb findet man auf zahlreichen historischen Bildern, die sich mit Gin beschäftigen, den Gin in großen Holzfässern.

  • Geschmacksprofil

    Charakteristischer Geschmack von Reserve Gin

    Die unterschiedlichen Gin-Sorten geschmacklich zu vergleichen geht kaum. Die EU Spirituosenverordnung legt nur bedingt fest, wie eine bestimmte Gin-Kategorie zu schmecken hat (vornehmlich nach Wacholder), sondern vor allem, wie diese hergestellt wird. Das gilt zu großen Teilen auch für inoffizielle Gin-Sorten wie New Western Dry Gin (der vor allem kaum noch nach Wacholder schmeckt), oder eben Reserve Gin.

    Ein geschmacklicher Charakterzug eines Reserve Gins ist die Lagerung im Holzfass. So erinnert der Gin oft an andere, fassgelagerte Spirituosen. Wem die nicht schmecken, der hat auch an einem Reserve Gin überhaupt keine Freude.

    Doch Reserve Gin ist auch geschmacklich nicht gleich Reserve Gin: der Ausgangsgin unterscheidet sich von Brenner zu Brenner. Genauso sollte man bei der Verkostung darauf achten, wie lange der Gin gelagert wurde. Grundregel: je länger, desto intensiver ist das Aroma des Holzfasses.

    Drittes Kriterium, das den Geschmack des Reserve Gins ausmacht, ist das Holzfass an sich. Hier sind der Kreativität des Destillateurs keine Grenzen gesetzt. Verbreitet sind Gins die in neutralen Holzfässern, Weinfässern oder Sherry-Fässern gelagert wurde. Und genau diese Aromen findet man dann auch im Gin wieder. Mag ich also keinen Sherry, dann ist ein Reserve Gin, der im Sherry-Fass gelagert wurde ganz sicher nichts für mich.

  • Was macht einen guten Reserve Gin aus?

    Die Qualität von Gin zu beurteilen ist nicht immer einfach. Geschmack ist etwas objektives, jeder hat bestimmte Neigungen und Abneigungen. Und erlebt einzelne Aromen unterschiedlich intensiv. Trotzdem gibt es einige Kriterien, die bei der Beurteilung der Qualität helfen:
    • Alkoholische Noten sollten nicht den Geschmack des Gins prägen, auch wenn dieser oft mit ca. 45 %Vol. ins Glas kommt. Oft kommt "der sprittige Geschmack" nicht einmal unbedingt von Alkohol selbst, sondern durch zu viel Koriander im Gin. Alkoholische Noten findet man beim Reserve Gin aber durch die Lagerung im Holzfass nur selten. Diese sind schnell überdeckt.
    • Farbstoffe und andere Zusatzstoffe. Diese haben im Reserve Gin nichts verloren. Die Farbe kommt aus dem Holzfass, nachfärben des Gins ist nicht angebracht.
    • Der Gin, aus dem ein Reserve Gin gemacht wird, sollte noch geschmacklich erkennbar bleiben. Es geht gerade um die Balance zwischen Aromen des Gins und einer Verfeinerung durch die Fasslagerung. Es geht eben nicht darum, einfach alle Aromen des Gins zu überdecken.
    • Harmonie: natürlich müssen Gin und das was vorher im Fass war auch irgendwie zusammen passen.
  • Richtig genießen.

    Wie trinkt man Reserve Gin?

    Die Frage lässt sich mit sehr wenigen Worten beantworten: Pur. Und nur selten als Gin & Tonic.

    Das beantwortet auch die Frage, für wen Reserve Gin etwas ist recht schnell: Menschen, die gerne pure Spirituosen trinken, oder Freude an klassischem Gin haben.

  • Gin & Tonic-Empfehlungen

    Gin & Tonic mit Reserve Gin

    Funktioniert nur mäßig. Entsprechend sind die Empfehlungen für passende Tonic Water äußerst beschränkt.
    Klassische Tonics
    Florale / fruchtig
    Würzige / herb
    Leichte Tonic Water
  • Cocktails

    Cocktails mit Reserve Gin

    Cocktails funktionieren sehr häufig mit dieser Gin-Sorte. An der Auwahl sieht man aaber auch schnell, dass es sich dabei um klassische Cocktail handelt. Klassisch heißt dabei oft: außer unterschiedliche Spirituosen hat der Cocktail keine Zutaten.

    Dry MartiniDry Martini
    Ein Dry Martini lässt sich auch mit Reserve Gins zaubern. Die Holznoten lassen sich gut balancieren und machen die Variante zu etwas besonderem.
    > Cocktailrezept

    Vesper MartiniVesper
    Deutlich härter als ein Martini: Gin und Vodka im Verhältnis 1:1. Nur etwas für sehr geübte Trinker.
    > Cocktailrezept

    NegroniNegroni
    Holznoten passen perfekt in diesen Cocktail. Ein "Aged Negroni" findet man in vielen Bars auf der Karte. Dabei wird der Negroni gelagert.
    > Cocktailrezept

  • Hersteller & Produkte

    Reverse Gins im Überblick & Empfehlungen

    Es gibt keine Hersteller, die lediglich auf Reserve Gin spezialisiert sind. Eher wird die Gin-Sorte genutzt um eine Sonderedition des hauseigenen Gins herzustellen. Die Lagerung merkt man dann auch am Preis. Hier einige Vertreter dieser Ginkategorie die uns gefallen haben:

    Raritas JuniperRaritas Juniper
    Bewertung: 4/5
    Mit Sicherheit eines der spannendsten Experimente auf dem deutschen Gin-Markt: ein bayrischer Gin-Cuvée. Lantenhammer's Bavarka Gin, The Duke Munich Dry Gin, sowie der Granit Gin von Penninger werden gemischt und dann zwischen 6 und 8 Monaten gelagert.

    Elephant Aged GinElephant Aged Gin
    Bewertung: 5/5
    Auch der Aged Gin von Elephant kann durchaus als "Elefantenstärke" bezeichnet werden. Er kommt mit 52% Vol. ins Glas und wird insgesamt für ein Jahr in drei unterschiedlichen Eichenfässern gelagert.

    Hayman's Family Reserve GinHayman's Family Reserve Gin
    Bewertung: 3/5
    Auch der fassgelagerte Gin von Hayman's wurde zunächst auf 5.000 Flaschen limitiert und gewann Gold beim renommierten ISCW. Gelagert wurde er für ein bis drei Monate in Scotch-Whisky Fässern. Warum Flaschen davon zusammen mit gebrandeten Kaffeebächern verkauft werden muss man hingegen nicht verstehen.

    Beefeater Burroughs Reserve GinBurroughs Reserve Gin von Beefeater
    Bewertung: 4/5
    Die Gins von Beefeater kennt man normalerweise eher aus dem mittleren Preissegment. Deshalb erregt ein Gin aus selbem Hause, der sich für die 0,7l-Flasche über 60,- nimmt, erst einmal aufsehen. Der Gin wird in Eichenfässern gelagert, in denen zuvor der Aperitif "Lillet" gereift ist. Deshalb wird der Gin fruchtig und erinnert an leichte Weinnoten.

    Kyrö Dark Gin (Koskue)Kyrö Dark Gin (Koskue)
    Bewertung: 5/5
    Der finnische Hersteller hat seinen Ursprung eigentlich in der Whisky-Produktion, doch hat vor allem mit dem Napue Gin von sich reden gemacht, Der "Koskue" wird für drei Monate in Eichenfässern gelagert und danach mit schwarzem Pfeffer und Orangenschalen verfeinert. Empfeholen wird der Genuss mit naturtrübem Apfelsaft.